Reisetag: 021
Dank drei Schichten Kleidung, einer zweiten Decke und Ohrstöpseln, gestaltete sich meine zweite Nacht im Zelt deutlich angenehmer. Heute sollten unsere Renovierungsarbeiten um 8:30 Uhr beginnen, weshalb ich bereits um 8 Uhr am Frühstückstisch saß. Nach einem halben “Bolo do Caco”, einem madeirischen Süßkartoffelbrot, begann für mich der Arbeitstag. Heute schliff ich nicht per Hand sondern mit Hilfe eines sogenannten Exzenterschleifers. Das ging um einiges einfacher, barg aber auch die Gefahr, zu viel herunter zu schleifen.
Da sie schon um die 8 Überstunden gesammelt hatten, machten Marie und Dieter um 12 Uhr Feierabend und besuchten eine Kommune, die einige Städte weiter lebt. Auch Boyd verließ eine Stunde später die Baustelle, um Julia zum Flughafen und Valin nach Machico zu bringen und selbst an einer anderen Baustelle weiter zu arbeiten. Beide werden für mindestens eine Woche außer Haus sein. Aus diesem Grund arbeitete ich bis 15:30 Uhr alleine am Bungalow weiter: Ich verspachtelte die Wände und Decken an den Stellen, an denen man die Glasfaserstreifen durchsehen konnte. Währenddessen hörte ich eine Podcastfolge nach der nächsten. Dabei nutzte ich unter anderem das erste Mal das mehr oder weniger sicher stehende Baugerüst – manchmal auch auf Zehenspitzen, um auch wirklich in die letzte Ecke zu gelangen. Das war ganz schön wacklig dort oben.
Im Anschluss sprang ich unter die Dusche, um den gesammelten Putz aus allen Poren zu waschen, machte mir ein paar leckere Wraps und genoss den Nachmittag in einem Haus, nur für mich allein.
Am Abend kehrten Marie und Dieter Heim; sie zeigten mir Bilder der Kommune und ihrer Wanderung und wir planten gemeinsame Ausflüge für die folgenden Tage.
Als beide im Bett verschwunden waren, fand auch Boyd zurück nach Hause und er erzählte mir von all seinen Ideen, Projekten und Plänen. Durch ihn ausgestattet mit einer weiteren (Kuschel-)Decke und einem Wärmekissen, verkroch ich mich ins Bett.









