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Abenteuerlich zum Leuchtturm

  • Beitrags-Kategorie:Madeira

Reisetag: 038

Heute schaffte ich es tatsächlich, wandern zu gehen – nur, dass die kleine Wanderung schnell um einiges länger dauerte, als geplant.

Nach dem routinierten füttern, rauslassen und warten auf die Katzen, machte ich mich um 13 Uhr auf zu meinem Wanderziel: dem Leuchtturm von „Ponta do Pargo“, der nächstgrößeren „Stadt“. Ich durchquerte verschiedene Dörfer und Täler, bestaunte die Flora und den Blick auf den Ozean. Auf dem Hinweg sollte ich Susanne (ebenfalls Deutsch, Ende 50) kennenlernen, die einen kleinen Spaziergang machte. Wir unterhielten uns eine Weile und tauschten Nummern aus. Es sollte sich herausstellen, dass sie gemeinsam mit ihren Freunden nur 2 Häuser von meinem Haus entfernt Urlaub machten!! Nach einer Weile drehte sie jedoch um und ich setzte meine Wanderung allein fort.

Ich hatte mir meine Route über mapy.cz herausgesucht, eine Karten-App, auf die Marie geschworen hatte. Kurz vor einem touristischen Aussichtspunkt sollte ich laut dieser App einen kleinen Trampelpfad einschlagen – es dauerte erst einmal ein Weilchen, bis ich den überhaupt gefunden hatte. Er führte mich durch ein kleines Waldstück, bis ich auf einem sehr stürmischen Plateau stand. Ich folgte dem heruntergetretenen Pfad: vorbei und durch Kakteen, durch hohes Gras und ein Meer aus Brennnessels, über die ich mich mit kurzen Hosen am meisten freute. Der „Weg“ führte die Klippen hinab ins Tal und sollte auf der anderen Seite wieder hinauf führen. Irgendwann wusste ich jedoch nicht mehr, wo der Pfad weiter entlang führte, da alles so unglaublich zugewachsen war. Dennoch kämpfte ich mich noch eine ganze Weile weiter durch die Natur. An irgendeinem Punkt mussten aber auch die maximal 2 Personen, die den Pfad niedergetreten hatten, aufgegeben haben, denn ihre Spur verlief sich im hohen Gras Nahe des Abgrundes. Laut App sollte ich einfach nur bergab gehen, doch da war nichts außer Geröll, Kakteen und wucherndem, stachligen Unkraut. Hatte ich schon erwähnt, dass es die gesamte Zeit über unglaublich windig war und ich buchstäblich am Abgrund entlang spazierte?

Nach ausgiebiger Weg-Suche gab auch ich auf und kehrte wieder um – allein den Rückweg zu finden, war eine Herausforderung. Als ich wieder dort angekommen war, wo ich ursprünglich auf den Trampelpfad eingebogen war, suchte ich mir eine alternative Route heraus und nahm diese. Ich hatte durch den Trampelpfad knapp eine Stunde an Zeit verloren! So lange hätte der gesamte Hinweg zum Leuchtturm eigentlich dauern sollen!!

Der nun richtige Weg führte mich über das Tal, in dem Kühe auf den grünen Wiesen an einem Fluss grasten und schließlich nach „Ponta do Pargo“. Um 16 Uhr rief ich 2 FreundInnen von mir an, da wir uns zum telefonieren verabredet hatten und ich planmäßig dann auch schon wieder Zuhause gewesen wäre – ich war noch nicht mal am Leuchtturm angekommen. Wir unterhielten uns, während ich weiter wanderte, und ich zeigte ihnen die Landschaft und später den Leuchtturm und das Meer. Die Aussicht war wirklich einzigartig! Man befindet sich an dieser Stelle am Süd-westlichsten Zipfel und kann so viele weitere Buchten sehen und die Steilküsten bzw. Klippen bestaunen. Mein Highlight: einige Male konnte ich Regenbögen in sich brechenden Wellen erkennen!

Kurz vor dem Leuchtturm liegt ein Autotunnel, den ich umging, indem ich erneut einem Trampelpfad folgte, der mich über eine Art Kiesgrube zum Leuchtturm führte. Auf dem Rückweg fand ich ein Schild, das auf strengstes Begehungsverbot hinwies und wählte den Tunnel. Da ich so langsam mal wieder die Katzen füttern musste, stellte ich mich für den Rückweg and den Straßenrand und wurde nach einiger Zeit von zwei netten Menschen mitgenommen und knapp vor der Haustür abgesetzt.

Nach dem Abendbrot sollte Allan sich das erste Mal auf meinem Schoß zusammenrollen – darauf hatte ich lange gewartet und ich genoss es sehr. Was ein aufregender Tag!

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