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Mein erster Regentag

  • Beitrags-Kategorie:Madeira

Reisetag: 018

Eigentlich wollte ich mir heute den berühmten tropischen Garten Funchals ansehen. Heute morgen wurde ich jedoch mit Regenwetter und einer Sturm- und Unwetterwarnung geweckt und musste mir einen anderen Plan einfallen lassen.

Wer erinnert sich noch an Marie und Dieter, das deutsche Paar, welches ich auf meinem zweiten Community Hike kennengelernt habe? Marie hatte mir damals ja von ihren Hosts erzählt, bei denen sie für einige Wochen gearbeitet hatten und arbeiten würden. Sie war so lieb und vernetzte mich mit ihnen, sodass ich mich bei deren jetzigen Arbeitgeber Boyd bewerben hatte können. Ich bin überraschenderweise angenommen worden und ziehe nun morgen in die Nähe von „Ponta do Sol“. Boyd und seine kleine Familie besitzen eine Bananenplantage und benötigen bei deren Kultivierung und der Renovierung zweier Bungalows Hilfe. Im Gegenzug darf ich bei ihnen kostenlos als Teil der Familie leben.

Den heutigen Regen-Vormittag nutzte ich deshalb, um meine Sachen für den Umzug morgen zusammen zu packen und meine Lebensmittel, so gut wie möglich, auf zu brauchen. Ich hörte dabei einen meiner Lieblings-Podcasts „Darwin gefällt das“ und ging noch ein letztes Mal in diesem kleinen Hostel duschen.

Katharina hatte mir von dem örtlichen Kino erzählt, bei dem auch eine Vielzahl an Filmen auf englisch vorgeführt werden. Ich fand den Film „Moana 2“ bzw. im deutschen „Vaiana 2“ auf der Webseite und entschloss zu der 16 Uhr Vorstellung zu gehen. Leider hatte mich das Internet fälschlicherweise glauben lassen, der Film sei auf englisch. Als ich im Kino ankam, erfuhr ich jedoch, dass die heutige Vorstellung auf portugiesisch sein würde. Zufälligerweise begann aber um 15:45 die englische Version von „Mufasa – der König der Löwen“ und so kaufte ich Karten für diesen Film. Ich möchte noch anmerken, dass es nicht einfach gewesen war, dieses Kino zu finden. Es befindet sich in einem großen Einkaufszentrum und ich hatte keinerlei Ausschilderung finden können. Nach einiger Suche und dem Befragen zweier Einheimischer konnte ich es jedoch schlussendlich finden. Statt dem Eingang fand ich jedoch zunächst einmal einen Bildschirm, auf dem man Tickets kaufen konnte. Das verwunderte mich und ich wusste nicht, ob das Kino über eine „normale“ Kasse verfügte. Nach einer weiteren Befragung eines Paares folgte ich einer Treppe und konnte dort, wie gewohnt, an einer Kasse Karten und Popcorn kaufen.

Der Film war wirklich berührend mit beeindruckend guter Animation und emotionaler, mitreißender Geschichte. Ein wirklich schönes Kino-Erlebnis!

Mein nächster Tagespunkt sollte erst in etwas über zwei Stunden beginnen, deshalb bummelte ich noch etwas im Einkaufszentrum herum und fand einen Laden, der auf viele Artikel sehr große Reduzierungen ausgeschrieben hatte und kaufte dort zwei „bessere“ T-shirts und einen Rollkragenpullover. Mir war nämlich aufgefallen, dass ich übermäßig viele „Wanderkleidung“ mitgenommen hatte und mir für „schicke Events“ schlicht und weg Kleidung fehlt. Auch für später auf Gran Canaria kann ich diese Kleidung gut gebrauchen können – dort werde ich in einem Hostel arbeiten.

Nach einem kurzen Abstecher im Hostel war es dann schon Zeit für den letzten Tagespunkt: Geburtstags-Pizza-Essen! Denn heute war Katharinas 20. Geburtstag 🥳 Sie hatte all ihre ArbeitskollegInnen und mich zu einer nahegelegenen Pizzeria eingeladen und dort trafen wir uns nun um 20 Uhr. Ingesamt waren wir zu acht: Sie, ich, zwei Polinnen, ein Franzose und drei weitere Deutsche.

Gemeinsam hatten wir einen schönen Abend, lustige Gespräche und einen angenehmen Austausch. Ich lernte zum Beispiel, dass Logan, der Franzose, im madeirischen Radio gelandet war, weil er mit einem TikTok-Video aus Versehen viral gegangen ist.

Ich schenkte Katharina ein Paar Socken mit bunten, madeirischen Motiven, weil sie mir bei unserem ersten Aufeinandertreffen beiläufig erzählt hatte, dass sie, wie ich, gerne bebilderte Socken sammelt. Sie hat sich sehr darüber gefreut und das hat mich total glücklich gemacht 🙂

Auf den 20 Minuten Rückweg wurde ich wie aus dem Nichts mit extremem Sturm und Regen konfrontiert und kam klitschnass im Hostel an, in dem ich heute meine letzte Nacht verbringen werde.

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