Reisetag: 013
Heute konnte ich endlich durch die grünen Weiten des Tropischen Gartens Monte Palace schreiten. Nach ihrer Vormittags-Tour traf ich mich mit Katharina vor der Seilbahn, die uns hinauf zu dem Garten schaukeln sollte. Wir kauften uns Tickets, standen ein Weilchen in der Schlange und saßen 10 Minuten später mit vier weiteren Menschen in einer Gondel. Die Fahrt dauerte länger als gedacht und so hatten wir viel Zeit, um die fabelhafte Aussicht auf die Dächer Funchals, den Hafen, alle Schnellstraßen und das Getummel unter uns zu genießen.
Oben angekommen kauften wir uns für 15€ Tickets für den Park und waren direkt überfordert mit dem komplexen Plan, den wir in die Hand gedrückt bekommen hatten. Es gab vielerlei zu entdecken und bestaunen und so wollten wir nichts verpassen. Unser Spaziergang begann mit einem Rundgang durch eine Mineralienausstellung und zwei Museen mit moderner Kunst. Auch diesmal waren die Werke teilweise gewöhnungsbedürftig, aber hier stammten sie von mehreren verrückten Köpfen und ich hatte Katharina, mit der ich das Gesehene gemeinsam verarbeiten konnte.
Im Garten selbst spazierten wir vorbei an Kacheln, die die Geschichte von Portugal und Madeira erzählten, zahlreichen Koi-Teichen und einer immensen Vielfalt als Flora und Fauna. Wir entdeckten Drachenbäume, Orchideen, Aloe Verae und viele andere Schönheiten der Natur. Da es ein asiatischer Garten ist, führten zahlreiche rote Brücken durch die Anlage und Pavillon reihte sich an Pavillon. Alles war verwinkelt und wir entdeckten immer neue versteckte Skulpturen, Tümpel oder Höhlen. Über einen Teich konnten wir sogar auf kleinen Platten hinüberhüpfen. Highlight war ein riesiger Teich mit mehreren Wasserfällen, die in ihm endeten, kleinen Inseln und zwei Schwänen.
Wir hätten noch Ewigkeiten in diesem kleinen Paradies verbringen können, aber wir hatten noch einen Punkt auf unserer Liste abzuhaken: die Korbschlittenfahrt. Es gab nämlich die Möglichkeit in einem Korbschlitten von zwei ausgebildeten anschiebenden Madeirern hinunter ins Tal gefahren zu werden und weil wir nun mal die richtige Touri-Erfahrung machen wollten, kauften wir uns kurz vor 18 Uhr Tickets und los ging die wilde Fahrt. Und wild war sie wirklich. Wir beide hatten nicht mit der hohen Geschwindigkeit und den steilen Kurven gerechnet und hielten so das ein oder andere Mal die Luft an. Die restliche Strecke bis nach Hause legten wir mit dem Bus zurück und ich aß Abendbrot an der Strandpromenade, während ich der Sonne beim Untergehen und der AIDA beim Ablegen zusah.
Im Hostel angekommen setzten sich wenige Stunden vor Mitternacht auf einmal immer mehr Jugendliche zu mir in den Aufenthaltsraum. Vor einigen Tagen war hier eine ganze Schulklasse eingezogen und aus irgendeinem Grund versammelte sich heute Abend der ganze Trupp samt Lehrer/in direkt hier. Sie spielten einige interessante Gruppenspiele und beäugten mich von Zeit zu Zeit, wie ich diese Zeilen schrieb.


























