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Tramp-Abenteuer

  • Beitrags-Kategorie:Madeira

Reisetag: 027

Der heutige Tag sollte der letzte Arbeitstag für Marie und Dieter sein, denn morgen würden sie zu ihrer letzten Unterkunft in Santa Cruz fahren, um die letzte Nacht vor dem Rückflug in Flughafennähe zu bleiben.

Und so arbeiteten wir bis zum frühen Nachmittag, beendeten die Arbeit an den Türen des Bungalows und der Decke des Dachgeschosses und machten uns auf den Weg zu unserem letzten gemeinsamen Ausflug.

Marie hatte sich das kleine Küstenstädtchen „Jardim do Mar“ herausgesucht, was ungefähr eine halbe Autofahrsstunde westlich von „Ponta do Sol“ liegt. Sie und Dieter setzten sich auf ihren Scooter und ich mich in den Bus, der einigermaßen in die Nähe fahren soll. Planmäßig sollte mich Dieter von der Endhaltestelle mit dem Scooter abholen und wir wären zwei Minuten später alle drei am Ziel. Ja.. planmäßig..

Der Bus schlängelte sich durch wundervolle Landschaft entlang der Küste, aber leider fuhr er nicht zu der besagten Haltestelle, sondern durch die Berg- statt Stadtregion von „Calheta“, der Stadt vor „Jardim do Mar“. Panisch drückte ich also einfach so schnell wie möglich die Stop-Taste und befand mich circa 200 Höhenmeter über dem Punkt, an dem Dieter auf mich wartete. Eine halbe Stunde Fußmarsch später konnte er mich endlich einsammeln und wir düsten los. Auf dem Weg hatte ich eine Kirche läuten hören, und zwar in genau der gleichen Melodie wie der Big Ben in London 😅

Die Fahrt nach Calheta führte durch halb offene Tunnel – das war ein tolles Fahrgefühl! Am Parkplatz wartete Marie auf uns und gemeinsam liefen wir durch wunderschöne, alte, enge Gassen bis wir am Ende eines Gässchens das Meer sahen, auf dem sich der Sonnenuntergang spiegelte – es war ein Anblick, wie im Film! Wir bestaunten die Kulisse, gingen die Promenade entlang und beobachteten die Wellen beim Brechen. Marie testete einige Strand-Sportgeräte und gemeinsam schauten wir uns noch den „Badestrand“ samt Steg an, die beide jedoch nur aus Beton gelegt worden waren.

Wir schlenderten durch das kleine Städtchen zurück zum Parkplatz und nun musste ich mir überlegen, wie ich zurück kommen sollte – ein Bus fuhr um diese Uhrzeit nämlich nicht mehr. Ich sprach einige Menschen auf dem Parkplatz an, bis mich tatsächlich ein netter Mann aus Italien bis nach „Calheta“ mitnehmen konnte. Dort stand ich etwas abseits für einige Zeit an der Straße, dachte schon über ein Taxi nach, bis mich ein Einheimischer bis nach „Ponta do Sol“ mitnahm, obwohl er eigentlich gar nicht so weit fahren hätte wollen. Zu guter Letzt sammelten mich zwei deutsche Damen ein und setzten mich Zuhause ab. Das Trampen war eine wirklich positive Erfahrung und ich konnte sehr liebe Menschen kennenlernen. Übrigens: Madeira besitzt die niedrigste Kriminalitätsrate ganz Europas und „Ponta do Sol“ ist zufällig auch noch die sicherste Stadt der Insel.

Zuhause angekommen telefonierte ich noch eine Zeit lang mit Taglia, einer guten Freundin von meiner Pfadfinder-Gruppe, und aß ein letztes Mal mit Marie und Dieter zu Abend.

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