Reisetag: 008
Heute sollte ich den bisher herausfordernsten Hike durchstehen müssen.
Der Tag begann ganz entspannt mit einem kurzen Abstecher im Einkaufszentrum gegenüber, um mir Wäscheklammern zu besorgen. Ich hatte nämlich herausgefunden, dass mein Hostel über eine Waschstelle mit Wäscheleinen verfügt und wollte nach einer Woche dort meine Kleidung reinigen und mir so einen Besuch im Waschsalon sparen. Spoiler: Ich werde wohl oder übel doch einen Waschsalon aufsuchen müssen.
Nach einem schnellen Frühstück in einem Café des Einkaufszentrum mit frischgepresstem Orangensaft (mein bisher 3.) , belegtem Croissant und Sandwiches ging es für mich schon auf zum Treffpunkt für den heutigen Hike. Auch diese Wanderung wurde über die lokale Community, in deren WhatsApp Gruppe ich bin, organisiert und sollte heute durch den Nordwesten der Insel, bei Seixal, verlaufen. Neil, dessen Idee der Hike war, hatte einen befreundeten Taxifahrer gebucht und so saßen wir zu viert um kurz nach 13 Uhr im Taxi nach Seixal. Um die Fahrkosten zu decken, zahlte jeder 25 Euro für den gesamten Ausflug. Wir erklommen immer mehr Höhenmeter, bis uns Raff, der Fahrer, auf 1420m Höhe absetzte. Unser Hike sollte auf der großen und einizigen Hochebene Paul da Serra beginnen. Leider wurde vorher nicht gut kommuniziert, welchen Charakter die Wanderung haben sollte und so führte der gesamte Hike bergab! Es begann recht harmlos, aber nach einiger Zeit wurde der Weg so steil und vor allem rutschig, dass ich mehrere Male ausrutschte und sogar einmal hinfiel. Die beiden anderen Männer schien sowohl der Weg als meine Befangenheit mit diesem Terrain jedoch wenig zu stören und sie waren wirklich schnell unterwegs, sodass sich mein Abstand zu ihnen recht schnell vergrößerte. Nach einiger Zeit konnte ich sie nur noch aus der Ferne hören uns fand mich in einer wirklich bizarren Natur wieder. Wir waren so hoch, dass wir literarisch durch die Wolken abstiegen, deshalb war der Weg auch so rutschig und wird, so wurde mir nach einiger Zeit berichtet, “the slippy hike” genannt. Die Landschaft gleichte einer Steppe oder Tundra und umhüllte mich mit Nichts als Stille. Nach circa einer Stunde begannen meine Beine vor Überanstrengung zu zittern und ich hätte wirklich eine Pause gebrauchen können. Irgendwann konnte ich aufschließen und mich eine Zeit lang mit James, einem Geologen und Engländer, der schon in vielen Ländern gelebt hat, unterhalten. Neil war uns viele Meilen voraus und wartete mit Raff und seinem Taxi am Ende des Hikes auf uns. 2,5 Stunden später und 1200 Meter tiefer waren wir endlich angekommen und ich durfte eine wirklich vorzügliche Orange eines wild wachsenden Orangenbaumes verspeisen. Dank eines Wanderschildes erfuhr ich, dass wir soeben 8 Kilometer und über 1000 Höhenmeter hinter uns gebracht hatten und die angedachte Zeit hierfür 3,5 Stunden gewesen wären.
Wir fuhren zu einem von Seixals Stränden, bestaunten den schwarzen Sandtrand und trauten uns ins Wasser. Auch hier gab es einige Surfer und einen fantastischen Blick auf all die Berge, die uns umringten. Wir fuhren noch zu einem versteckten Aussichtspunkt auf den Strand, wo jemand eine kleine Art Sitzecke mit Minibar gestaltet hatte, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Zuhause angekommen versuchte ich die nassen Klamotten in der Waschstelle unseres Hostels auszuwaschen, sollte jedoch schnell feststellen, dass es nahezu unmöglich ist, die Kleidung mit den Gegebenheiten sauber zu bekommen.
Die Badesachen hängen nun draußen zum Trocknen, aber für meine restliche Kleidung werde ich in den nächsten Tagen den nächstgelegenen Waschsalon nutzen.
















