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Canyoning – oder auch: Nonnental 2.0

  • Beitrags-Kategorie:Madeira

Reisetag: 009

Viele Jahre wollte ich es ausprobieren, die letzten Tage hab ich mich darauf gefreut: Heute war es endlich soweit, es ging für mich und Katharina zum Canyoning! 

Unter Canyoning (englisch; deutsch auch Schluchteln oder Schluchtenwandern) versteht man das Begehen einer Schlucht von oben nach unten in den unterschiedlichsten Varianten. Durch Abseilen, Abklettern, Springen, Rutschen, Schwimmen und manchmal sogar Tauchen gelangt man in geeigneter Ausrüstung durch die Schluchten. (Quelle: Wikipedia)
Obwohl es meine erste Erfahrung mit dieser Sportart sein sollte, hatten wir uns für Level 2 entschieden, weil Katharina meinte, dass Level 1 eher für Kinder angedachte sei. Puuh.. also etwas Bammel hatte ich schon. 
Um kurz nach 9 Uhr wurden wir von unserem Guide Jose abgeholt, der uns überraschenderweise mitteilte, dass wir die Einzigen heute sein. Einen Tag zuvor wurde unsere Tour noch fast abgesagt, weil die Gruppe schon voll gewesen sei; für uns sei dann einen neue Gruppe aufgemacht worden. Dadurch sollte unser Canyon aber auch nicht wie beschrieben Nähe der Region Monte liegen, sondern.. Trommelwirbel.. im Nonnental! Als wir das hörten, mussten Katharina und ich uns erstmal grinsend ansehen. Unsere letzten Erinnerungen an dieses Tal hätten besser sein können, aber gut, dann geben wir diesem Teil Madeiras eben noch eine weitere Chance.
Im Gebirge angekommen wurde uns unsere Ausrüstung gegeben: Neopren-Socken, ziemlich massive aber wasserdurchlässige Schuhe und ein lila-blauer Neoprenanzug. Wir sollten noch einmal auf die Naturtoilette gehen und in diesem Zug musste ich leider in die Hinterlassenschaften eines Anderen treten.. Deshalb waren Jose und ich die nächsten 10 Minuten damit beschäftigt meinen linken Schuh mit Wasser, Gras, Steinen, einem Stock und Kies zu bearbeiten, damit uns der Geruch im Auto am Ende des Canyonings nicht komplett umhauen würde.
Es sollte sich noch ein anderer, befreundeter Guide eines anderen Unternehmens mit Alex, einem Teilnehmer wie wir, zu uns gesellen. Gut eingepackt und ausgerüstet marschierten wir einige Minuten zum Anfang unseres Canyons, der schon ziemlich spektakulär mit dem ersten Wasserfall starten sollte, an dem wir uns hinuntereilen sollten. Ich Glücklicher wurde als Erster erwählt und seilte mich mehr oder weniger sicher die Höhenmeter hinunter. Anfangs etwas überfordert und wacklig, aber mit den kommenden Wasserfällen gelang ich an Selbstbewusstsein und fand großen Spaß an diesem Abenteuer. Die beiden Guides waren wirklich großartig. Sehr humorvoll und professionell haben sie uns nicht nur bei eigentlich jeder Aktivität fotografiert und gefilmt, sondern uns als Gruppe ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Ein Guide war immerzu vor uns und hat uns demonstriert, wie die nächste Hürde zu überwinden ist, während der andere uns als Schlusslicht mit dem Einhaken und all den Seilen half und Letztere zum Schluss wieder aufwickelte und mitnahm. Nach den Wasserfällen fielen wir oft in kleine Wasserbecken, die uns endgültig durchnässten. Abschluss und absolutes Highlight war eine Rutsche, die das reißende Wasser mit der Zeit in den Canyon geformt hatte und der ein circa 4 Meter großer freier Fall folgte. Das sah von unten wirklich beängstigend aus und der freie Fall hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt; trotzdem rutschten und fielen wir alle 2x. Nach etwas über 3 Stunde waren wir wieder am Auto und wurden alle völlig erschöpft nach Hause kutschiert. Dort folgte für mich erstmal ein mehrstündiger Mittagsschlaf, dem nur noch ein kurzer Besuch bei Pingo Doce und ein kleines Abendbrot folgte. Insgesamt hatte uns der Spaß jeweils 69 € gekostet. Damit hatten wir uns das billigste Angebot für Level 2 rausgesucht und wurden absolut nicht enttäuscht. Es gehört eine große Portion Mut, Konzentration und Überwindung dazu, aber für alle Abenteurer wie uns ist Canyoning wirklich eine wunderbare Sache!

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