Reisetag: 006
Die beiden hatten mich zum Frühstück zu ihnen eingeladen und ich brachte Eier und Orangensaft mit. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit machten wir uns in den Norden auf, obwohl in Funchal die Wolken hingen, es zu regnen begann und das Ganze auf ein noch viel schlechteres Wetter an der Nordküste vermuten ließ. Aber der Wetterbericht für Port da Cruz versprach Sonnenschein und blauen Himmel und nach einigen Höhenmetern und Tunneln wurden wir von genau so einem Wetter begrüßt. Wir stellten das Auto ab und wanderten zunächste an einer Levada entlang, bis der Weg in ein Waldgebiet mündete, in dem uns nicht nur ein ziemlicher Anstieg sondern auch ein Schaf erwartete, welches sich mit seiner Leine an einem Pfal verheddert hatte. Kerstin erbarmte sich und befreite das arme Tier so, dass es wieder doppelt so viel Leine zum Grasen hatte, wurde leider aber mit einem Stoß von hinten und einem aufgebrachten Schaf belohnt.
Nachdem wir kurz dachten, wir hätten uns verlaufen, kamen wir schon schnaufend oben auf dem Kamm der Bergkette an; dem Küstenwanderweg. Uns erwartete eine unvergleichliche Aussicht! Wasser, wohin das Auge blickte und tiefgrüne Berge, die im Horizont der Insel verliefen. Die nächsten Stunden wanderten wir auf mehr oder weniger schmalen Wegen des Gebirges entlang und waren hinter jeder Bergzunge entzückter über den Ausblick. In Porto da Cruz angekommen beobachteten wir eine Zeit lang ein paar Surfer, die sich im Reiten der Wellen probten und ließen den Abend in einem lokalen Restaurant ausklingen, bevor uns ein Taxi zurück zu unserem Auto brachte. Im Restaurant bestellte ich Degenfisch mit panierter Banana, eine kulinarische Spezialität Madeiras und war positiv überrascht über dessen Geschmack.
Zurück im Apartment musste ich mich schweren Herzens von den beiden herzenslieben Damen verabschieden und schenkte ihnen ein kleines Andenken.
Ich bin den Beiden unglaublich dankbar, dass sie sich so selbstverständlich und liebevoll meiner angenommen haben und mir so viele schöne Erinnerungen beschert haben.
Das werde ich nie vergessen und eines Tages für jemanden wie mich ebenso tun.





