Reisetag: 007
Obwohl heute alles andere als Regenwetter war, verschlug es mich in ein örtliches Museum. Das naturhistorische Museum war nur wenige Minuten zu Fuß von meinem Hostel entfernt und kostete 4,63€ Eintritt. Die eleganten Treppen des alten Herrenhauses führten zur Dauerausstellung im 2. Stock, welche das Leben und vor allem das Lebenswerk von Günther Edmund Maul beleuchtete. Der Zoologe und Taxidermist (Tierpräparateur) wuchs in Frankfurt auf, zog jedoch 1930 nach Funchal und verbrachte sein gesamtes weiteres Leben in dem städtischen Museum. Ich durfte hunderte seiner Zeichnungen, Tierpräparate und Forschungsergebnisse bestaunen. Von Schmetterlingen über zahlreiche Vogelarten bis hin zu Walen und Haien war wirklich alles, was man auf Madeira an Fauna antreffen kann, vorhanden.
Besonders verblüfft hat mich der Mondfisch, ein Meereslebewesen, das eine Länge von bis zu 3,30m und eine Masse von bis zu 2,3 Tonnen erreichen kann. Faszinierend waren für mich ebenfalls die verschiedenen Haifischgebisse. Mir war bewusst, dass Haie über mehrere Zahnreihen verfügen, aber, dass jede eigene Art andere Zahnsysteme zu besitzen scheint, hat mich wirklich beeindruckt. Gefesselt haben mich außerdem verschiedene Kartensysteme Madeiras. Eine davon war ein 3D Modell, auf dem man sämtliche Flussläufe, Gebirge und Straßen nachvollziehen konnte.
Das Stockwerk darunter war ebenfalls den zahlreichen Meeresbewohnern gewidmet. Eine Vielzahl an Videoaufnahmen verschiedenster Spezien sollten auf die Wichtigkeit des Artenschutzes aufmerksam machten und die Schönheit dieser verborgenen Welt offenbaren. Iniziiert und ungesetzt wurde das Projekt durch bzw. von Gonçales Gomes, einem portugiesischen Foto- und Videografen.
Das ebenfalls seit den 1930er Jahre existierende Aquarium des Hauses war leider geschlossen, weshalb mein Besuch mit einem Spaziergang durch den Garten des Museum abgerundet wurde. Ein wirklich schöner Garten mit vielfältiger Flora und einem schattigen Plätzchen, in dem ich noch länger hätte verweilen können. Doch nach den locker 3 Stunden knurrte mein Magen und ich ließ mir, nach einem kurzen Abstecher in einer Kirche, in einem nahegelegenen Café einige lokale Spezialitäten, wie eine Pastel con Nata, schmecken.
Am Abend genoss ich noch den Sonnenuntergang auf einer Parkbank am Meer und kaufte mir endlich, endlich normalschmeckende Zahnpasta. Ich hatte mir Zuhause in einer Drogerie Zahnpasta einer No-Name-Marke gekauft und die letzten Tage mit dessen unverständlicherweise scheußlichen Geschmack zu kämpfen gehabt.



























